Aktuelle
Presse über den Islam
Atilla Yakamoz
Der Islam, eine Religion, die die Gemüter in
Europa zum Kochen bringt. „Die Zeit“ schreibt über Rowan Williams, das Oberhaupt
der anglikanischen Kirche in Großbritannien, der die Scharia zum Teil für das
britische Recht übernehmen will. Prompt kam die Kritik. Ihm wurde Naivität
vorgeworfen. Die Aussage
Williams ist ein Beispiel der Multikulturalität, die die Werte der Demokratie
allzu leicht aufs Spiel setze. „Die Gräben zwischen muslimischer Minderheit
und dem Rest der Gesellschaft sind stetig tiefer geworden. In Großbritanniens
Städten entstanden Parallelgesellschaften; von sozialer Kohäsion ist man weiter
denn je entfernt.“ Im
Kommentar des Zeit-Autors wird ihm ein gewisser Selbsthass festgestellt. Seine
Kritik an den Westen lässt die Kritik an der islamischen Welt vergessen. So
schreibt der Zeit-Redakteur zum Schluss: „Den einzigen ungeteilten Zuspruch
erfuhr Williams bezeichnenderweise von islamistischer Seite. Hizb-ut-Tahrir, die
Kalifatspartei, die in den meisten Ländern der EU wie auch im Nahen Osten
verboten ist, die den totalitären islamistischen Staat anstrebt und den Dschihad
gegen die Ungläubigen predigt, lobte den Kirchenmann für seine Weisheit. Auch
die Islamisten halten den Siegeszug der Scharia für "unvermeidlich".
„Bild“ warnt vor Islamisten aus Deutschland, die
in Terror-Cams an der afghanisch-pakistanischen Grenze ausgebildet werden. Nach
den Warnungen des Bundesinnenministeriums ist die Furcht vor Anschlägen groß.
„Der Spiegel“ schreibt über die
Islam-Kritikerin Ayaan Hirsi Ali, die auf Initiative Intellektueller und
Politiker die französische Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Somit gerät der
französische Präsident Nicolas Sarkozy eventuell in Schwierigkeiten. Einer der
Unterstützer ist der Philosoph Bernard-Henri Lévy.
Der Tagesspiegel thematisiert den
Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan, der in der Kölner
Arena vor bis zu 20.000 Menschen sprach. In seiner Rede fordert er den
EU-Beitritt, wettert gegen die Assimilation in Deutschland und lobt seine
innenpolitischen Erfolge. So zietiert „Der Tagesspiegel“: „Arife Günay aus Köln
hält ihn für einen „besonderen Politiker“. Er stehe dafür, dass „Muslime moderne
Menschen“, Demokratie und Islam vereinbar sein können. Die Kritik, die
Veranstaltung mache Integrationsbemühungen zunichte, wie die SPD-
Bundestagsabgeordnete Lale Akgün sagt, kann sie nicht nachvollziehen.“