Von SALIM MANSUR
Toronto Sun, April 19,
2008
Vor über einem halben
Jahrhundert verschlang seine kommunistische Armee brutal ein unabhängiges Tibet.
Mao Zedong, der chinesische Führer, nahm ein Gespräch mit einigen Besuchern auf.
In dem Monolog wurde Mao gewohnheitsmäßig für Bewundere der chinesischen
Revolution – natürlich für propagandistische Zwecke- mit Lenin in Verbindung
gebracht. Mao sprach über die Vereinigten Staaten herablassend. Er nannte es
eine durch die Geschichte verurteilte "Imperiale"-Macht, welche dazu verdammt
sei zu verwelken, da sie nichts entgegen zu bringen haben gegenüber neuen
Nationen.
Fünfzig Jahre später
klingeln die Worte von Mao ironisch. Er sagte: "Anscheinend sind sie (die
Vereinigten Staaten) sehr
mächtig, aber in Wirklichkeit ist es nichts, um davor Angst zu haben, sie sind
ein Papiertiger. Äußerlich ein Tiger, das aus Papier ist, außer Stande, dem Wind
und dem Regen zu widerstehen. Ich glaube, dass die Vereinigten Staaten nichts
als ein Papiertiger sind."
In den Jahren nach dem Sieg 1949 der chinesischen
Kommunisten über ihre nationalistischen Gegner, wurde der Westen regelmäßig von
denjenigen informiert, die sich in China aufhielten - der berühmteste, Edgar
Snow, ein amerikanischer Journalist, dessen Bericht im Red Star over China
ein riesiger Bestseller war, - berichteten vom gewaltigen Erwachen
einer alten Zivilisation unter Führung der chinesischen kommunistischen Partei
mit Mao an der Macht.
Wir wissen heute viel mehr über Mao und seine Revolution.
Jung Chang`s und Jon Halliday’s neuste Biographen über Mao
haben schmerzlich dokumentiert, wie diese Person für mehr als 70 Millionen
Menschenleben verantwortlich gewesen ist. Und die Morde gehen weiter.
Es ist jetzt mehr als 30 Jahre her, dass Mao im September 1976
starb und eine ganze neue Generation der Chinesen volljährig geworden ist. Noch
hängt sein Bildnis prominent über den Tiananmen Platz in Peking und sein
Vermächtnis wird durch die eiserne Faust seiner kommunistischen Nachfolger
geschützt.
In der Liste der Tyrannen stehen Massenmörder und Psychopathen
Mao zur Seite. Andere im Vergleich - Adolf Hitler, Joseph Stalin, Mussolini, Pol
Pot, Saddam Hussein, Fidel Castro, Idi Amin, Ayatollah Khomeini und der Rest -
sind bloß entsetzliche und abscheuliche Charaktere.
Sie hatten nicht die Aura eines philosophischen
Staatsmannes, diesen Begriff, den so viele im Westen - einschließlich des
ehemaligen Präsidenten Richards Nixon und des Außenministers Henry Kissingers
während ihrer 1972er Reise nach China - gebrauchten, um Maos
geschichtswirkende Rolle zu preisen. Aber es ist das China von Mao und nicht die
der USA, das ein Papiertiger ist, zusammengehalten durch die unverhüllte Gewalt
der kommunistischen Polizei und der Denunzianten. Ich habe die Situation dort
persönlich gesehen, indem ich durch die Region reiste - die Nachfolger Maos
zittern vor Angst davor, dass das Gefängnis, das er baute, sich auflösen wird,
so wie die ehemalige Sowjetunion.
Während einige Nationen debattieren, ob sie an den Olympischen
Spielen teilnehmen sollen, wusste Mao, dass das kommunistische China nur ebenso
stark ist wie sein schwächstes Glied. Die riesengroßen Zahlen von unterdrückten
Leuten können nicht ewig unterdrückt werden, wie die Tibetaner jetzt die
Nachfolger von Maos und den Rest der Welt erinnern.
Die Olympische Spiele könnten wohl das großartige Fest werden
wie 1936 die Berliner Olympischen Spiele und dann folgt das noch großartigere
Feuerwerk des implodierenden Chinas, wenn die Geschichte schließlich ihre
kommunistischen Führer einholt.