Dies ist ein
Kosovo Muslim
Michael J. Totten
Lee Smith beklagt auf
http://www.michaeltotten.com/archives/2008/05/more-from-the-l.php,
dass amerikanische Moslems fast exklusiv über gruselige Moslems und ein bisschen
weniger gruselige Moslems in den amerikanischen Hauptmedien lesen müssen. "Man
kann nur mit amerikanischen Moslems sympathisieren", schreibt er, diejenigen,
die religiös oder nicht religiös sind, aber bestimmt keine Verbindung zu den
obskuren Fanatikern haben, welche sie aus dem Gebiet vertrieben hatten, müssen
sich jetzt wundern, was los ist mit der New York Times. Die einzigen
Moslems, die sich mit dem Papier identifizieren konnten, fragen sich, ob sie
sehr gruselige oder weniger gruselige sind.
Ich habe bemerkt und bin durch diese Tendenz selbst
geärgert worden, und das doppelt heute: Ich schreibe dies von der Hauptstadt
Kosovos aus, des "am wenigsten gruseligen" moslemischen Landes auf der Erde. Ich
bin gewöhnlich mit gemäßigten Moslems aufgewachsen, nach dem ich an Plätzen wie
Beirut und Istanbul entweder gelebt oder diese bereist habe, aber Kosovo ist,
sogar für mich überraschend. Der Islam in diesem Land ist so völlig liberal,
dass, ohne die Moscheen, es keine sichtbaren{wahrnehmbaren} Beweise geben würde,
dass Kosovo ein moslemischer Staat ist. Ich bin seit vier Tagen in Pristina, der
Hauptstadt Kosovos, und ich kann die Zahl von Frauen an einer Hand aufzählen
welche einen hijab trugen. Mal von der konservativen Kultur abgesehen
sind Frauen hier ebenso befreit wie christliche Frauen im Rest des
Balkangebiets.
Eine große Zahl der Kosovo-Moslems sind Sufis - die
friedlichsten und überhaupt nicht fundamentalistischen unter den Moslems in der
Welt. Sufis können in vielen Teilen der Islamischen Welt gefunden werden, aber
hier in Kosovo verkündigen sie stolz öffentlich, dass sie von allen "am
progressivsten" sind. Wahhabiten versuchen, ihre Sicht des Islams von den Wüsten
Saudi-Arabiens aus in dieses fruchtbare grüne Land zu exportieren.
Bosnien begrüßte die berüchtigten salafistischen
Kämpfer aus der arabischen Welt während des Bürgerkrieges in den 1990er Jahren.
Aber Kosovo Befreiungsarmee sagte ihnen brüsk, dass sie außerhalb ihres Landes
bleiben sollen, obwohl sie einer von Belgrad geleiteten Kampagne der ethnischen
Säuberung gegenüberstanden.
"Nach zwei Jahren des Reisens vor allem nach
Westeuropa und in den Nahen Osten," schrieb
Thomas Friedman
http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=980DEFD6143EF93BA15751C1A9659C8B63
im Jahre 2003, "Polen fühlt sich wie ein geopolitischer Kurort an. Ich besuchte
es gerade mal drei Tage und bekam die zwei Jahre der antiamerikanischen
einmassierten blauen Flecken aus mir heraus." Ich fühle dasselbe jetzt in
Kosovo, nachdem ich die meiste Zeit des letzten Jahres im Irak gearbeitet hatte.
Amerikanische Fahnen sind an Zeitungsständen überall
käuflich zu erwerben. Sie wehen vor Regierungsgebäuden. Die zweitgrößte Replik
der Freiheitsstatue sitzt oben auf dem fünf Sterne Hotel Victory
http://www.hotel-victory.com/statue.html.
Die größte Straße in der Innenstadt wurde in Boulevard Bill Clinton umbenannt.
Viele Geschäfte werden ebenfalls nach Clinton benannt. Ein Café-Eigentümer
nannte sein Geschäft "Hillary" und hängte zwei riesige Bilder von Bill und
Hillary auf die Wände. Nehmen sie nicht an, dass das eine kosovar-muslimische
Version der Eurolinken ist. Clinton wird als ein Befreier gefeiert, aber ein
Einwohner sagte mir, dass "wir hier in Kosovo Republikaner sind." Sie wollen
einen starken amerikanischen Präsidenten, der vor Verpflichtungen nicht
zurückschreckt.
Gerade einige Straßen weiter vom Bill Clinton
Boulevard ist die Israelische Odyssea Bäckerei. Das ist nicht nur eine jüdische
Bäckerei, sondern auch eine israelische Bäckerei, die von einem Israeli geführt
wird. Dies wäre in den liberalsten der arabisch-sprachigen Ländern undenkbar.
Unternehmer und praktizierender Moslem Luan Berisha sagte
mir, dass 90 Prozent der Kosovaren Israel im arabisch-israelischen Konflikt
unterstützen. Ich weiß nicht, ob es wirklich wahr ist, aber wenn es so wäre,
bedeutet es, dass Kosovo mehr Pro-Israel ist als sogar die USA. Keiner aus den
arabischen Ländern würde sowas sagen. Was für die verstohlene Zuneigung für
Israel hier bestehen könnte, würde in der arabischen Welt heftig von so gut wie
jedem bestritten werden. Kosovo hebt sich scharf auch vom nahe gelegenen Serbien
bezüglich dieser Frage ab, wo General Wesley Clark als eine unheilvolle jüdische
Gestalt gesehen wird, der Belgrads Zerstörung plante und wo Saddam Hussein als
ein Verbündeter betrachtet wurde.
Vergessen sie gruselige Geheim-Islamisten wie Tariq Ramadan
und seine Sorte, welche Reporter gern ohnmächtig werden lassen. Echte liberale
und gemäßigte Moslems existieren. Sie sind nicht gerade berühmt. Wenn der Kosovo
Krieg der NATO nach dem 11. September 2001 statt zwei Jahre früher stattgefunden
hätte, vielleicht würden die Moslems Kosovos nicht so unbekannt sein. Nun
beschäftigt sich kaum jemand damit oder macht sich die Mühe, über sie zu
schreiben, weil ihr Land nicht mehr explodiert.
Über den Autor
Michael J. Totten ist ein
freiberuflicher Schriftsteller und Blogger, der über Irak, Libanon, Ägypten,
Libyen, Zypern, die Türkei, und Israel berichtet hat. Seine Artikel erschienen
im Wall Street Journal, der New York Times, der Reason, und
vielen anderen Publikationen.