Freiheit für schiitischen Kleriker der ohne
Gerichtsverfahren in Ahsa im Gefängnis sitzt
23. Juni 2008
Ahsa ist ein Bezirk im Osten Saudi-Arabiens und
macht 24,5 Prozent des Landes aus. Von den 1,1 Millionen Menschen sind 60 Prozent schiitische Moslems und 40
Prozent sind sunnitische Moslems. Im ganzen Land machen die Schiiten ungefähr 15
Prozent aus, sind also eine Minderheit. Wegen ihres Glaubens werden die Schiiten
in Saudi Arabien als Bürger zweiter Klasse betrachtet. Sie praktizieren ihre
religiösen Bräuche mit weniger Freiheit und werden diskriminiert.
Beispiele:
1.
Nicht ein Schiite befindet sich in einer
Schlüsselposition Saudi-Arabiens. Jobs wie Minister, Regierungsberater,
Gouverneure, Präsidenten von Aktiengesellschaften, Diplomaten, religiöse und
öffentliche Positionen oder solche von der Regierung finanzierte sind für
Schiiten nicht zugänglich.
2.
Es gibt ganz wenige Posten in der Regierung, die
von Schiiten besetzt sind und doch sind nur wenige von ihnen aus Ahsa.
3.
Kein Schiite aus Ahsa ist im Beratenden Rat
vertreten.
4.
Kein Schiite aus Ahsa ist im Rat der Ostprovinz
vertreten.
5.
In Ahsa selbst gibt es 46
Regierungsverwaltungen. Keiner von ihnen hat einen Schiitischen Generaldirektor.
6.
Die Shias in Ahsa erhalten keine Lizenz, um eine
Privatschule oder sogar einen Kindergarten zu betreiben.
7.
Unter den 319 lokalen (männlichen) Schulen gibt
es nur 7 Schulen, die einen schiitischen Schulleiter haben.
8.
Keine der 309 lokalen (weiblichen) Schulen hat
eine schiitische Schulleiterin.
9.
Die Universität des Königs Faisal hat ihren
Hauptsitz in Ahsa. Unter seinen 287 Professoren sind nur 7 Schiiten.
10.
Im Health Affairs Directorate, sind in den 34
Schlüsselpositionen nur 6 Schiiten
vertreten.
11.
Das Risiko zu verarmen, ist bei den Schiiten
höher als bei Sunniten. Das konnte durch die wachsende Zahl der Schiiten, die
karitative Hilfe benötigen, beobachtet werden.
12.
Lizenzen für neue Moscheen sind schwer zu
erhalten. Sogar alten Moscheen und alten und neuen Husainias (Schiitische
öffentliche Säle) werden keine Lizenzen vergeben, um sie daraufhin schließen zu
lassen. Es ist eine gewöhnliche Praxis der Regierung, diese religiösen Plätze
unter dem Vorwand zu schließen, dass sie nicht lizenziert wurden.
13.
Schiitische Gebete werden als illegal
betrachtet. In den letzten 7 Jahren verhaftete die Regierung mehr als 160
schiitische Personen in Ahsa und sperrte sie für 7 bis 30 Tagen ein, die ihren
religiösen Bräuchen nachgingen.
14.
Das öffentliche Feiern von schiitisch-religiösen
Bräuchen wird als illegal betrachtet. Im letzten Jahr hat das Büro des
Gouverneurs in Ahsa einige Gebiete überfallen, die solche Feste feierten und
beschädigten alle Festplätze und erniedrigten die Teilnehmer.
15.
Bis heute erlaubt die Regierung nicht die
Veröffentlichungen von schiitisch-religiösen Büchern, sie blockte Websites und
erlaubt den Schiiten in den öffentlichen Medien nicht, zu Wort zu kommen.
Das Problem ist noch schlimmer, wenn man auf
Details achtet und sieht, wie Schiiten in verschiedenen Gebieten von Chefs,
Beamten oder sogar von der breiten Öffentlichkeit gesehen und behandelt werden.
Diese ganze Diskriminierung hat einen Ausgangspunkt. Es ist das schlechte
stereotypische Image, geschaffen von der Regierung und der Wahhabiten, deren
religiöse Sicht des Islams als die richtige angesehen wird. Schiiten werden
weiterhin als 'Ungläubige' und 'Verräter' stereotypiert. In der Vergangenheit,
in der Regierungswerbung und in den Schultextbüchern wurden die Schiiten als
Ungläubige und Verräter auf einer direkten Weise stigmatisiert. Nach 9/11 geriet
die Saudische Regierung unter Druck, sie sollten Reformen initiieren und
toleranter werden. Aber die Verfolgung von Schiiten bleibt. Jedoch wird eine
neue Strategie angenommen - um sich auf Schiiten per se nicht zu beziehen, aber
trotzdem ihre religiösen Methoden anzuprangern.
Jedes Mal wird eine neue Behauptung durch die
Wahhabiten proklamiert, dass Schiiten Ungläubige wären und dadurch sind die
Schiiten sehr beunruhigt. Schiiten sind gewohnt, dass eine neue Welle der
Diskriminierung und des Hasses gegen sie bevorsteht, wenn solche Behauptungen
bekannt gegeben werden.
Kürzlich gaben 22 sehr gut bekannte Kleriker der
Wahhabiten, die gute Beziehungen mit der Regierung haben, eine Erklärung, die
sich gegen die Schiiten richtete. Diese besagte, dass Schiiten Ungläubige,
Verräter und eine große Bedrohung gegen Sunniten wären. Die Saudische Regierung
machte keine Anstalten etwas zu unternehmen, um solche Behauptungen zu
bekämpfen, die Hass fördern und eine neue Welle der Diskriminierung gegen
Schiiten begünstigen.
Am 14. Juni 2008 kritisierte der schiitische
Kleriker Tawfiq Al-Amer, 49, von Ahsa in einer Moschee die wahhabitische
Erklärung. Er betonte, wie gefährlich es für die Gemeinschaft sein konnte und
sein kann und bat die Regierung, solche Behauptungen zu verhindern.
Al-Amer ist bekannt dafür, die religiösen und
zivilen Rechte der Schiiten unterstützt zu haben. Er ist oft vom Büro des
Gouverneurs aufgerufen worden, mit seinen Tätigkeiten aufzuhören. Al-Amer wurde
am 29. April 2005 für 24 Stunden verhaftet. Am 22. Juni 2008 wurde er verhaftet
und ohne Gerichtsverhandlung ins Gefängnis gesperrt. Der Grund der Verhaftung
könnte seine Kritik gegen die wahhabitischen Kleriker sein und seine vorherigen
Tätigkeiten.
The Human Rights First Society fordert die Saudische Regierung auf, Tawfiq
Al-Amer sofort freizulassen.
The Human Rights First Society