By Jeffrey
Stinson, USA
TODAY
LONDON - Europäer sind zunehmend gegen den Bau
von Moscheen in ihren Städten. Die Moscheen wecken die Furcht vor dem Terror.
Antiislamische Gefühle bei den Europäern werden zudem durch die Einwanderung aus
islamischen Ländern verstärkt. Ein nationales
Referendum in der Schweiz will Minarette bei Moscheen verbieten. In Italien
versprach der Innenminister Roberto Maroni eine umstrittene Moschee in
Mailand schließen zu wollen.
Experten gehen davon aus, dass der Konflikt um
die Moschee-Bauten die Manifestation einer wachsenden Angst ist. Moslems ließen
sich nicht assimilieren. Sie würden westliche Werte nicht akzeptieren und wären
eine Bedrohung für die Sicherheit. "Es ist ein sichtbares Symbol von
antimoslemischen Gefühlen in Europa“, sagt Danièle Joly, Direktor des Zentrums
für die Forschung in Ethnischen Beziehungen an der Universität von Warwick in
England. "Es ist ein Teil einer Islamophobie. Europäer fühlen sich bedroht."
Die Konflikte spiegeln die Angst der Europäer
über die ca.18 Millionen Moslems in Europa wider. Der Islam ist in Europa die
zweitgrößte Religion und lässt ihren Einfluss im christlich geprägten Europa
spüren, sagt Joly.
Antimoslemische Stimmung
Die Konflikte um die Moschee-Bauten stellen auch
einen Wendepunkt im Gegensatz zu den 1980er
und 1990er Jahren dar, als damals die Errichtung von großen Moscheen
akzeptiert wurde und sogar in vielen Städten Eröffnungsfeiern stattfanden . "Ich
denke, dass sich die Zeiten geändert haben“, sagt Joly.
Bezeichnend für die Änderung:
· Unterstützer des schweizerischen Referendums
sammelten genug Unterschriften vor zwei Wochen, um ein grundgesetzliches Verbot
von Minaretten zu verlangen
· Italiens Innenminister Roberto Maroni gab in
diesem Monat bekannt, dass er eine Mailänder Moschee schließen wolle. Die
Muslime, die am Freitagsgebet teilnähmen und auf die Straße rennen würden,
hätten die Nachbarn irritiert.
· In Österreichs Provinz Kärnten wurde ein
Gesetz im Februar verabschiedet, das wirksam die Errichtung von Moscheen
verbietet. Moscheen müssen sich an die Harmonie von Dörfern und Städten
anpassen.
· Rechte Führer von 15 europäischen Städten
trafen sich im Januar in Antwerpen, Belgien, und forderten ein Verbot neuer
Moscheen und ein Halt der "Islamisierung" von europäischen Städten. Die Gruppe
sagte, Moscheen seien Katalysatoren dafür, Nachbarschaften
zu übernehmen und islamische Lebensweisen Europäern einzuführen.
"Wir haben bereits mehr als 6.000 Moscheen in
Europa, die nicht nur Plätze sind, um zu
beten, sondern auch ein Symbol für Radikalisierung darstelle und von
extremistischen Gruppen aus Saudi-Arabien oder dem Iran finanziert würden,"
erzählte Filip Dewinter, Führer einer flämischen separatistischen Partei in
Belgien einem Radiosender. Dewinter kritisierte eine Moschee, die in Rotterdam,
den Niederlanden gebaut würde: "Ihre Minarette sind sechs Fußböden hoch. Diese
Arten von Symbolen müssen gestoppt werden."
Obwohl die Gruppe in Antwerpen kleine politische
Parteien aus Belgien, Österreich und Deutschland vertraten, gibt es auch andere
Gründe für die Sorgen. Die Errichtung einer
Moschee in Köln, Deutschland, zog Proteste von Einwohnern im letzten Jahr auf
sich und befeuerte eine politische Debatte in Berlin über Sorgen, dass es die
große gotische Kathedrale der Stadt überschatten könnte.
Gegenwärtige Meinungsverschiedenheiten über
Moscheen vertreten eine antimoslemische Einstellung, die aufkam, nachdem am 11.
September 2001 die Terroristenangriffe in den Vereinigten Staaten und die
Anschläge in Madrid 2004 und London 2005 passierten, sagt Joly. Das
Verschlimmern dieser Sichtweise wird verstärkt durch weitere Einwanderer und der
wachsenden Bevölkerung von Moslems überall in Europa.
Andere Ereignisse sorgten für Brennstoff, da
viele Moslems westliche Werte nicht akzeptieren würden: z.B. Proteste von
Moslems nach de Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch eine dänische
Zeitung und 2004 der Mord an einem holländischen Filmemacher, Theo van Gogh,
durch einen moslemischen Extremisten wegen einem Film über den Missbrauch von
moslemischen Frauen.
Beschränkungen könnten fehlschlagen
Sakib Halilovic, ein Imam in Zürich, sagt, dass
das Referendum der Schweiz, um Minarette zu verbannen, in die Hände von
moslemischen Extremisten spielen könnte, indem er sie als ein Platz für Gebete
aberkennt. "Es wird radikale Positionen
innerhalb der moslemischen Gemeinschaft in der Schweiz fördern“, erzählte
Halilovic der schweizerischen Broadcasting Corp.
letzte Woche.
Einige gemäßigte Moslems sagen, dass diejenigen,
die gegen das Bauen von mehr Moscheen sind manchmal legitime Sorgen haben. "Um
Ehrlich zu sein, brauchen wir so viele Moscheen nicht“, sagt Irfan al-Alawi, der
internationale Direktor des Zentrums für den Islamischen Pluralismus in London.
"Wir haben 1.600 Moscheen (in Großbritannien) und eine (Moslemische) Bevölkerung
von 1.6 Millionen. Es ist zu einem Geschäft, aber nicht zu einem Anbetungsplatz
geworden." Al-Alawi, der gegen die Londoner
Megamoschee ist, sagt, dass Meinungsverschiedenheiten innerhalb einer Moschee
einige Mitglieder dazu bringen könnten, sich abzuspalten und ihr eigenes neues
Gebäude errichten würden, welches unnötig ist.
Die Moscheen passen häufig nicht zu der Nachbarschaft, sind Kirchen oder anderen
religiösen Häusern der Anbetung zahlenmäßig überlegen, sagt er.