by Hamid Dabashi
Reviewed by Stephen Schwartz, Center for Islamic
Pluralism,
Middle East Quarterly,
Winter 2009
Der Buchitel des Autors Hamid
Dabashi, dem streitsüchtigen Columbia Universitäts-Professor für iranische
Studien und vergleichende Literaturwissenschaft, erinnert an linke
Befreiungsbewegung in Nicaragua, die während der 1980er Jahre durch Katholiken
und der sandinistischen Regime ins Leben gerufen wurde. Da eigentlich alle
monotheistischen Religionen auf Grundsätzen der Freiheit gründen, warum diese
neue "Befreiungstheologie", die durch die Sandinisten und anderen marxistischen
Gruppen unterstützt wurde? Haben die Religionen nicht eine ursprüngliche und
ausreichende Theologie der Freiheit, nämlich durch Moses Widerstand gegen den
Pharao, Jesus Bergpredigt - Persönlichkeiten die auch im Islam geehrt werden-
und Mohammads Kampf gegen korrupte Herrscher?
Die Motive für die Neuauflage der
Befreiungstheologie unter den Dritte-Welt-Christen und islamischen Intellektuellen sind nach
der Meinung Dabashis miteinander verwandt. Für Protagonisten dieser Meinung hat
die traditionelle Religion die Aufgabe, neue politische Fragen zu stellen und zu
beantworten. So glaubten katholische Kleriker in Südamerika, gewaltsames
Vorgehen in Guerillaformationen wären berechtigt; so stellt Dabashi eine
Umstellung des Islams vor, der den Glauben Muhammads mit linken Idealen in
Eintracht zu sehen glaubt.
Diese Parallele wird vom Autor
gerühmt, der sich historischer Kontinuität widersetzend sein Bestes tut,
Christen und Muslime miteinander untrennbar zu machen. Und doch, Dabashi sucht
islamische religiöse Gesetzmäßigkeiten für seine Vorstellung. Er vereinigt diese
deshalb mit der salafistischen Bewegung, die die Modernisierung der moslemischen
Welt vorsieht. Er schreibt, dass „der Anstieg Islamischer Befreiungstheologien
auf den Anfang des neunzehnten Jahrhunderts" zurückverfolgen lässt und die
Ursache hierfür wären die Nachwirkungen "britischer, französischer und
russischer Kolonialabenteuer".
Einen guten Teil seiner Arbeit
widmet er dem Iran, genauer der Islamischen Revolution 1979.
Doch die Quellen seiner Thesen
beziehen sich auf religiös-politische Literatur des iranischen Staates. Das Buch
bietet nur abschweifende Referenzen auf alles Populäre in der zeitgenössischen
Akademie der sogenannten Frankfurter Schule bis hin zu Schmähreden gegen George
W. Bush. Dies alles behindert eine ernsthafte politische Analyse des Nahen
Osten.
Wie bei den christlichen
Befreiungstheologen auch, sieht Dabashi die Religion als ein Deckmantel für
politischen Extremismus. Das Buch beginnt deshalb mit einer Gleichung der
Gräueltaten vom 11. September 2001, das er "terrorisierende US-amerikanische
militärische Kampagnen" nennt und in den Kommentaren hetzt er gegen
"Dilettanten", die die Ansichten des radikalen Ägypters Sayyid Qutb mit "den
Handlungen Osama bin Ladens vergleichen."
Solche Redekunst und ein wenig mehr,
füllt die Seiten Dabashis. Sein Geist ist anscheinend mit Bekehrungseifer
erfüllt.